May 16, 2009 - of the Day    No Comments

Picture of the Day II: My own yellow limo

Gestern ging ich nach der Schule mit dem Austauschschüler Club und denn Sprachen Clubs Bowling spielen und danach Pizza essen. Durch ein Missverständnis habe ich den Zeitpunkt des Treffpunkts falsch im Kopf und so hatte ich niemand der mich dort hin fahren konnte. Freundlicherweise gibt es ja Schulbusse und und diese sind manchmal auch gerne eine Limo für Hilflose Austauschschüler aus der Schweiz die nicht Auto fahren dürfen. Fröhlich und zufrieden ging es Bowlingen!
Limo

May 12, 2009 - everyday life    No Comments

The End is Near!


Me inside the sunglasses


Gestern Abend sind die Chicago Bulls im siebten Spiel gegen die Boston Celtics ausgeschieden. Die Serie war hart umkämpft mit insgesamt sechs Verlängerungen. Wer jetzt nicht ein grosser Sportfan ist, kann da wahrscheinlich nicht ganz nachfühlen. Doch für mich ist dies eine Katastrophe. Zudem kam heute noch ein AFS Treffen, welches wohl das Unbeliebteste im ganzen Jahr ist. Das Pre-Returning Treffen! In Deutsch, wir werden darauf vorbereitet, wieder nach Hause zu gehen. Was für Wochenende! Zuerst scheiden die Bulls aus und jetzt werde ich auch noch Vorbereitet, um das Steak und HD-TV Land zu verlasen. Ich habe meine eigene kleine „Great Depression“. Am Montag brach dann auch noch der Wassertank, der für warmes Wasser zuständig ist und kreiert einen Swimmingpool im Keller. Ach, und krank bin ich auch noch.

Man bedenke: jetzt bin ich schon über 260 Tage hier und habe noch gar keine Gefühle, um nach Hause zu gehen. Beim AFS Treffen wird uns gezeigt, wie wir am besten packen müssten. Packen? Ich bin immerhin noch ca. 2,5 Monate hier!! Aber besser man bereitet sich genug früh vor, wie als ich nach Texas ging und 30 Minuten vor Abfahrt zum Flughafen noch alles zusammen gesucht hab. Es ist ein komisches Gefühl. Ich vermisse meine Familie und Freunde in der Schweiz und möchte sie gerne wiedersehen, aber gleichzeitig möchte ich mein Umfeld hier nicht verlassen. AFS erzählt uns, dass wir vermutlich einen grossen Kulturschock haben werden und – je nach Person – dieser für zwei bis sechs Monate anhalten könnte. Ich werde auf jeden Fall ein Kulturschock haben. Aber dass wusste ich vom Moment an, als ich den HD TV mit über 200 Sender sah und meinen ersten Schritt in die mega Kirche Willow Creek machte. Von Mega zu normal, wird vermutlich das Motto sein. Obwohl im Moment für mich mega normal ist und normal klein. Im Woodfield Einkaufszentrum, welches über 350 Geschäfte in sich verbirgt, finde ich mich gut zurecht und finde es gar nicht mehr so gross wie am Anfangs. Das selbe in der Schule. 700 Schüler in der selben Altersstufe erscheint für mich nicht mehr überdimensional. Schliesslich finde ich jetzt auch von fast überall nach Hause und hab keine längere Spaziergänge mehr ausSoldier Field Gründen der Suche meines Hauses. Mit dem Essen werde ich jetzt gar nicht erst anfangen. Ich hoffe, in der Schweiz hat man mittlerweile die Fleischpreise gesenkt und „Free Refill“ in den Restaurants eingeführt. Allerdings werde ich das Flachland vermutlich nicht all zu stark vermissen und bin froh, wenn es dann wieder mal runter oder rauf geht. Schwer wird es vermutlich werden, wieder volle Leistung in der Schule zu bringen. Nicht dass ich mich hier nicht angestrengt habe, aber nach ca. drei Monate und als ich endlich das Gebrabbel meiner Lehrer zu 100% verstanden habe, fiel es mir schon recht leicht, gute Noten vorzuweisen. Vor allem Französisch wird wohl schwer werden. Im Moment geht in dieser hinsicht gar nichts, wie ich schon geschrieben hab. Und nicht zuletzt habe ich mich selbst sehr verändert und muss mich erst einmal wieder auf die Schweiz und ihr Kultur einstellen.

 

Der Gedanke dass es jetzt noch das letzte Viertel meines Aufenthalts bevor steht, ist erschreckend, aber scheinbar ist es das beste Viertel (Kann es noch besser werden?). Erstaunlich, wie schnell sich die Zeit manchmal anfühlt. Die letzen vier Wochen sind nur so vorbei gerast und es scheint, als ginge es immer wie schneller. Ach und zum Anfang, natürlich übertreibe ich ein bisschen und wer micht kennt weiss, dass dies mehr Selbstmitleid als eine richtige Krise ist ;-)

May 4, 2009 - Outside Switzerland    2 Comments

Gastbeitrag: Patrick von Finnland

Patrick

Heute ist es mir eine grosse Ehre den ersten Gastbeitrag auf meiner Website präsentieren zu dürfen. Patrick Wahl ist ein Austauschschüler in Finnland. Patrick und ich gingen fünf Jahre zur selben Schule und im letzten Jahr waren wir sogar in der selben Klasse. Wir entschieden uns beide im selben Jahr ein Austauschjahr zu machen. Allerdings mit einem kleinen Unterschied: Patrick ging in den Norden nach Finland und ich (wir ihr hoffentlich wisst) nach Amerika. Ich hoffe ihr findet freude an einem einemmal nicht amerikanischen Beitrag und herzlichen Dank an Patrick!

 

Hallo zusammen!

Als erstes wollte ich mich bei Raphael bedanken, der mich etwas in diesen Block hier schreiben lässt!

Finnland, oder Suomi wie die Einwohner es nennen.

Nicht viele Menschen waren dort und die, die es wagten kamen oft Mals nicht mehr zurück. Was ist das für ein Land?

Die Meisten Mitteleuropäer denken bei dem Begriff Finnland an Rentiere, Elche, Nokia, Blonde Schönheiten, Seen und kaltes Wetter. Stimmt, aber die Finnen haben noch sehr viel mehr zu bieten!

Patrick

Finnland liegt zwischen Schweden und Russland, weit oben im Norden. Ein Viertel des Landes liegt nördlich des Polarkreises und die Südlichen Teile sind noch immer auf der gleichen Höhe wie Grönland. 80% des Landes sind mit Wald bedeckt, darin sind über 187’000 Seen mit insgesamt 98’000 Inseln darin.


Der Finnische  Sommer ist ein kurzer aber doch sehr schöner und intensiver. Der Winter dauert ca. von Oktober bis März, je nach dem wo man ist. In Lappland (Nordfinnland) bleibt der Schnee bis ende April liegen. Es kann ziemlich kalt werden, zum Teil bis zu -35°C. Von Oktober bis Februar ist es ziemlich dunkel und die Sonne zeigt sich nur für kurze Zeit. Daher ist Weihnachten in Finnland sehr wichtig und wird auch dementsprechend gefeiert. Es gibt viel gutes Essen, man geht in die Sauna und Geschenke werden grosszügig verteilt. Im Sommer passiert das Gegenteil: die Sonne geht kaum unter. Dieses Ereignis feiern die Finnen mit dem Mitsommerfest wo viel getrunken wird und man grosse Feuer am Strand sieht.

Finnland als Staat gibt es erst seit 1917 davor war Finnland für 108 Jahre Teil Russland und davor wurde Finnland 600 Jahre lang von Schweden regiert.

Patrick

Es gibt daher zwei offizielle Sprachen in Finnland : Finnisch und Schwedisch, welches an der Südküste, teil weise an der Westküste und auf den Ålandinseln gesprochen wird.

 

Ich kam im August ’08 nach Oulu in Finnland. Meine Gastfamilie ist eine sehr nette und freundliche. Ich habe hier zwei Gastbrüder und eine Gastschwester. Das Haus in dem ich seither wohne ist sehr nahe am Zentrum in einer netten Nachbarschaft. In den ersten zwei Monaten lernte ich alles ein bisschen kennen – Zentrum, Schule, Kaufhäuser aber mit den Leuten war das so eine Sache. Ja, Finnen sind sehr scheu am Anfang und erstaunlicherweise vor allem die Männer. Aber schon in der zweiten Woche haben sich ein paar Schulkameraden zu mir getraut und wenn man sie einmal kennt, vergessen sie ihre Scheue total. Sie sind sehr interessiert daran woher man kommt, was man einen nach Finnland bringt und so weiter. In der Tat sind Finnen sehr offene Menschen. Sie sprechen zwar nicht so viel aber sind sehr nett. Für Ausländer ist es manchmal ein bisschen seltsam wenn jemand aus der Schule, mit dem man fast nie redet einen zu sich in die Sauna einlädt. Das ist auch so eine finnische Art an die man sich gewöhnen muss.

Aber damit kommen wir schon zu einer der wichtigsten finnischen Sachen: die Sauna.

Patrick


Die finnische Sauna, meiner Meinung nach das beste überhaupt, findet man in jedem Haushalt und in allen Ferienhäuschen. Es gibt sie in verschiedenen Varianten: die traditionelle mit Holzofen, die mit elektrischem Ofen, Saunas im Haus, Sauna draussen.

Mein erster Besuch in der Sauna fand hier in Finnland statt. Meine Gastfamilie hat ihre eigene Sauna im Keller. PatrickEs ist ein wunderbares Gefühl wenn sich der heisse Dampf über den Rücken wälzt und einen ein bisschen erschaudern lässt. Beim ersten mal war ich eher mit dem Atmen beschäftigt, das ist in der Sauna ein bisschen komisch ist am Anfang. Danach war ich allerdings so sehr begeistert, dass ich andauernd in der Sauna sass.

Neben diesem Vergnügen gibt es auch Arbeit, für mich in Form von Schule. Die Finnische Schule ist anders. Normalerweise hat man von 8:00 Uhr bis 16:00 Uhr Schule. Da man seine Fächer aber selber wählen kann variiert das bei jedem Schüler/in. Um 11:00 Uhr bekommt man in der Mensa ein gratis Mittagessen. Laut Pisastudie sind die Finnen am besten und ich glaube, es liegt daran , dass sie alles ein bisschen „easier“ nehmen. Natürlich gibt es immer viele Hausaufgaben aber Prüfungen gibt es immer nur in der Testwoche. Diese findet 5 bis 6 mal im Jahr statt weil die Schuljahr nicht in zwei Semester sondern in fünf Schulperioden eingeteilt ist.

Das „Take it easy“ Motto findet man auch in den Öffnungszeiten der Läden wieder. Grosse Kaufhäuser sind unter der Woche von 9:00 bis 21:00 Uhr geöffnet.

Eine andere Besonderheit ist das Finnische Essen. Es ist in der Regel sehr einfach und besteht oft aus Kartoffeln, Fleisch/Fisch und Gemüse. Dazu gibt es immer dunkles Brot das mit Margarine gegessen wird.

Dann gibt es da noch ein paar kulinarische Spezialitäten, die man entweder liebt oder hasst und sie sind alle Schwarz: schwarzer Kaffe, Salmiakki und Mämmi.

Der Kaffe wird normalerweise schwarz und ohne Zucker getrunken, Salmiakki ist eine Art Lakritz die auch in Schweden, Norwegen und Dänemark gegessen wird. Das sind sozusagen salzige Süssigkeiten. Mämmi ist ein schwarzes, kaltes breiartiges Gemisch, das man mit Sahne und Zucker ist.

Patrick

Rentier- und Hirschfleisch sind auch nur im Norden zu finden und sie schmecken beide herrlich. Rentiere findet man im Norden des Landes, in Lappland. Die Hirsche kann man auch im Süden finden. Wenn man bedenkt, dass Finnland zu 80% mit Wald bedeckt ist, kommt es einem komisch vor, dass man diese Tiere auch in der Nähe von Dörfern und auf der Strasse findet. Ich habe schon einige Rentiere gesehen, die neben der Strasse am grasen waren. Die Rentiere sind ausserdem ein wichtiger Bestandteil der Samikultur in Lappland.

Zu den Hobbys eines Finnen gehören Langlaufen, Joggen, Icehockey, Finnischer Baseball  und an erster Stelle natürlich Sport im Fernsehen. Finnen machen gerne Sport aber am liebsten schauen sie anderen dabei zu. Wenn man ein „echter“ Finne sein will muss man schon ein bisschen mitreden können wenn es um die letzten Icehockey Spiele geht weil die fast jeder mitverfolgt.

Während der Ferien und an langen Wochenenden zieht es die Meisten in ihre Mökkis, das sind kleine Ferienhäuser mit Schlafzimmern, Küche und Sauna. Viele Mökkis haben keinen Strom und kein fliessendes Wasser. Finnen geniessen gerne ihre schöne Natur und da die Mökkis nur an Seeufern zu finden sind geht das ganz gut, weil man zumeinst auch kaum Nachbarn hat. Im Winter kann man auf dem See „Eislochfischen“, im Sommer geht man baden. Abends geht es natürlich in die Sauna und oftmals nimmt man Bier und Bratwürste mit.

Patrick

Bald ist auch in Finnland Sommer und ich hoffe, wir gehen dann wieder in’s Mökki. Danach kann ich euch erzählen wie die Sommervariante ist. Ich würde gerne noch mehr von Finnland erzählen aber das würden den Rahmen hier etwas sprengen und für euch, die ihr noch nicht in Finnland wart aber jetzt auf jeden Fall hin wollt, gäbe es auch nichts mehr zu entdecken.

Patrick

 

Vielen Dank fürs Reinschauen!

Kiitos paljon

 

HeiHei 

Patrick