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Apr 19, 2009 - Sport, Trips    3 Comments

Amerikanischer Osterhas

 

Fotos von OmahaLaut ertönt die Musik: „Tradition – Traaadition – Tradition! Tradition – Traaadition – Tradition!“. Ich glaube dies ist eines der besten Musicals, welches je aufgeführt wurde. Fiddler on the Roof! Ich geniesse die drei Stunden Film auf dem Weg Richtung Omaha Nebraska (sie Karte). Die ganze Familie ist unterwegs in Richtung Creigthon College, wo Susi (älteste Host-Schwester) studiert. Nach der siebenstündigen Fahrt geht es direkt zu einem Baseballspiel, von welchem Susi einer der  Athletiktrainer ist. Als ich mein Ticket am Eingang zeige und erfolgreich durchkomme, stoppt mich ein ca. 2 Meter grosser Mann. Ich habe keine Ahnung wieso. Er sagt ich solle mich umdrehen und den Hut abnehmen. Als ich mich rätselnd umdrehe und ein Musik zu spielen beginnt,  und ich mich schliesslich der Amerikanischen Flagge zuwende, geht mir ein Lichtlein auf. Die Nationalhymne wird gespielt und alle stehen wie auf Pause gedrückt still und singen stolz die Nationalhymne. Ich denke mir, zumindest hinein lassen hätte er mich können. Naja, Amerikaner und ihr Nationalstolz, den sie unbedingt auch Ausländern beibringen wollen. Aber wir möchten jetzt nicht zu politisch werden. Wer noch nie Baseball geschaut hat, dies ist die Sportart bei dem eine Person einen kleinen Ball auf eine andere Person wirft, während die andere Person versucht, diesen flinken Ball mit einem grossen Schläger zu treffen und danach versucht eine Runde zu laufen. Dies eine sehr grobe Erklärung – wer sich da mehr interessiert sollte sich Google zum Freund machen (kleine Werbeeinblendung). Unser Team, die Bluejays, gewinnen und wir gehen alle fröhlich und zufrieden  zur Wohnung von Susi. Sie lebt mit zwei Mitbewohnerinnen in einer Art Studenten-WG. Wir schauen den Film „August Rush“ und gehen zufrieden ins Bett. Wobei Sofa und Luftmatratze anstelle von Bett treffender wäre. Der Freitag, den die Amerikaner aus Gründen von Religionsfreiheit, „Good Friday“ nennen, ist vorbei. Wir würden diesen Feiertag einfach Karfreitag nennen.

Fotos von Omaha


Am Samstag geht es an ein zweites Baseballspiel. Dieses Mal verliert unser Team, aber wenigstens opfert sich Susi auf und bringt mir ein Souvenir. Einen College NCAA Baseball! Mit Freude nehme ich den entgegen!! Zum Nachtessen geht es in ein gutes Fast Food Restaurant. Kein Vergleich mit dem, was wir in der Schweiz als Fast Food bezeichnen. Ich bestelle mir den „Hot Big Red Burger“ mit Pommes Frites – oder wie man sie hier nennt „French Fries“. Ich muss den Burger in zwei Hälften schneiden. Wer sich je gefragt hat, ob es Burger in Grösse eines Volleyballs gibt, dem kann ich bestätigen: es gibt sie… Und ich habe einen auf meinem Teller. 1 Pfund Burger, ¼ Pfund Käse, tonen weise Salat, Tomaten, Gurken und Zwiebeln und natürlich ein gigantisches Brot. Es schein eine „Mission Impossible“ aber ich schaffe auch diesen Burger und war nicht einmal überessen um ehrlich zu sein. Nach diesem triumphalen Sieg über den gigantischen Burger, den grössten den ich je gesehen und gegessen habe, und der in der Schweiz aus gesundheitlichen Gründen nie erlaubt werden wird, gehen wir zu einem Eiscrème Ort. Und ich geniessen das Tüpfchen auf dem „i“.  Dan schreibt später meiner Mutter einen Essbericht, um die Mengen, die ich vertilge, zu verarbeiten. Zum Tagesabschluss werden Ostereier gefärbt. Eine spezielle Technik, die ich in dieser Form noch nie angetroffen habe. Wir tauchen die Eier wie beim Kerzenziehen in Farbtöpfchen. Natürlich kann man auch verschiedene Farben kombinieren und/oder nur halb färben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Insgesamt färben wir 16 Eier.

Fotos von OmahaAm nächsten Morgen sind die besagten Eier wie vom Erdboden verschluckt. Jemand oder etwas muss sie gestohlen haben. In der Nacht habe man Geräusche gehört und ein Schatten in Form eines Hasen gesehen. Wir gehen in den Gang und plötzlich finden wir ein Ei. Sarah, Cortney (Susi’s Mitbewohnerin) und ich suchen nach den Eiern. Wir finden eins nach dem anderem in den Gänge des College Wohnhauses. Schliesslich machen wir uns bereit, um zum Osterngottesdienst in einer katholischen Kirche zu gehen. Ich habe extra dafür schöne Hosen und ein schönes Hemd mitgenommen. Ich staune nicht schlecht, als wir ins Gebäude eintreten, welches überhaupt nicht wie eine Kirche aussieht. Der Gottesdienst beginnt. Modern mit Band, Schlagzeug, Elektro Gittare, Bass, drei Sängern und mit Worship Rock Musik. Nirgends sind Bilder oder Kreuze zu sehen. Auch was man sonst in einer Katholischen Kirche erwarten würde sucht man vergeblich. Ich wundere mich sehr und denke mir, dies muss wohl eine sehr moderne Katholische Kirche sein. Sie zeigen einen Film an dem gezeigt wird, wie Jesus Christus am Kreuz für unsere Sünden gestorben, und dann wieder auferstanden ist. Gut zu wissen, an einen barmherzigen Gott zu glauben auf den man sich jederzeit verlassen kann. Als der Priester die Predigt hält und ich entsetzt einen Ehering an seiner linken Hand ausfindig mache, wundere ich mich doch sehr. Nach dem Gottesdienst frage ich, ob dies wirklich ein Priester sei und so erfahre ich, dass wir in einer reformierten Kirche sind und sie  vergessen haben,  es mir mitzuteilen. Wieso es eine Planänderung gab, möchte ich an dieser Stelle nicht erwähnen. Jedenfalls kam ich mir sehr dumm vor.

Nach einem Essen in einem guten Restaurant, begaben wir uns wieder auf die Strasse und wurden unterwegs von der Polizei angehalten. Wir sind ein bisschen über der maximalen Geschwindigkeit gefahren, was wir dem defekten Tacho zu verdanken haben. Zum Glück gibt es hier (fast) keine Blitzapparate und so lässt es der freundliche Polizist mit dem schwarzen Mustang noch mal durchgehen. Ein krönender Abschluss des Osterwochenendes, wie ich meine.

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Mar 28, 2009 - Trips    No Comments

Spring Break: Road Trip

 

Hier ein paar erste Bilder meines Trips nach Cosby, Tennessee. Wir haben die Autofahrt in zwei Teile eingeteilt. Am Sonntag sind wir bis nach Lexington, Kentucky gefahren und haben am Montag die Universität von Kentucky besucht. Danach ging es schliesslich nach Cosby. 

 

Road Trip

Feb 20, 2009 - Trips    No Comments

American Farm

Hast du dich schon einmal gefragt, wieso ein Auto ein Steuerrad hat? Ich frage mich dies seit ca. 45 Minuten. So lange fahren wir wahrscheinlich schon gerade aus. Keine einzige kleine Kurve weit und breit. Flach ist es hier, sehr flach und all paar Meilen sieht man eine Farm (Bauernhof). Ich bin mit meiner US-Mum auf den Weg Izzy (unsere Hund) abzuholen. Wir haben Izzy, als wir nach Texas flogen, auf einer Farm von Freunden in Iowa abgeladen. Es ist Samstag und wir sind auf im zweiten Teil von der Fahrt. Wir sind gestern Freitag abgefahren und haben Kristy (Familien-Freundin) bei ihrem College, welches auf dem Weg liegt, besucht. Die Nacht haben wir in einem Hotel verbracht, das sogar einen Indoor Pool hatte. Natürlich habe ich mir die Chance nicht nehmen lassen und bin, nach dem wir in einem Einkaufszentrum zuerst Sports-/Badehosen gekauft haben, um Mitternacht in den Pool gesprungen. Natürlich  hatte der Hotelraum wieder ein  Bügeleisen.

Garmin (unser GPS) führt uns ca. 5 Meilen vor Schluss an einen falschen Ort. Wir nahmen Kontakt mir den Lantz’s auf, die uns den Weg beschieiben. Dummerweise folgten wir 2 Meilen vor Schluss wieder der lieben Garmin, was ein grossen Fehler war. Wir steckten ca. 2 Stunden im Schnee fest. (Einen extra Beitrag findet man hier!).

 

Iowa live!

 

Endlich in der Farm angekommen, gibt es Suppe, die mir ausgezeichnet schmeck. Die Farm ist ein bisschen kleiner, als ich mir es vorgestellt hab. Dies liegt wohl daran, dass die Farm mehr ein Hobby nebst dem Lehrerberuf für die Familie Lantz ist. Izzy freut sich sichtlich über unsere Ankunft. Sie scheint ein bisschen abgenommen zu haben, was sehr gut ist. Sie hatte ein bisschen Übergewicht. Issy, Mika (11 Jahre, jüngster Sohn der Lantz) und Mum zeigen mir die Farm. Ueberall hat es Katzen ,sicher ca. 15 Katzen sind hier auf der

cat

 Farm. Stolz präsentiert uns Mika sein Kuh, die sich nebst zwei anderen in einem Stall befindet. Dazu kommen zwei Schweine. Draussen findet sich auch noch ein weisses Pferd. Fragt mich jetzt nicht, welche Art dieses sein könnte, ich hätte keine Ahnung.  Der Höhepunkt kommt zum Schluss. Ein Dutzend junger Schweinchen bekommen wir zu sehen. In einem anderen Stall sind sie untergebracht. Sie sehen einfach härzig aus und der Gedanke, dass sie später mal in meinem Bauch landen werden, machen sie um so herziger.

 

pic

 

 

Am Abendgeht es nach einer einstündigen Fahrt zu einem High School Frauen Basketballspiel. Brenna Lentz spielt. Die Schule ist einiges kleiner als meine High School. Vermutlich nicht mehr als 200 Schüler. Dementsprechend ist auch das Cheerleader Team mit 5 Mitgliedern und die Band mit ca. 10 Mitgliedern ein bisschen beschränkt. Wir sind wohl die lautesten Zuschauern und vermutlich fragen sich einige der Zuschauer, wer ich bin. Ich möchte nicht sagen Dank uns, aber wir waren sicher Teil davon, gewinnt Brennas Team. Glücklich geht es in ein Restaurant essen. Brenna überrascht mich, als sie  denselben Burger bestellt wie ich. Und ich bestelle nicht irgend einen Burger, ich bestelle den „Family Table Ultimate Burger“. Was vermutlich der grösste Burger weit und breit in dieser Region ist. Scheinbar esse sie unglaublich viel und nehme dabei nicht zu. Kommt mir doch bekannt vor. Wir geniessen unser Essen und ich bin wie gewöhnlich der Letzte der sein Mahl beendet. Eine Stunde Autofahrt geht es zurück zur Farm. Zu Hause angekommen, treffen wir Susan (Host-sister) an. Sie ist in der Zwischenzeit auch angekommen. Ich entschliesse mich, nochmals auf dem nicht ganz vollständigen Schlagzeug (Bassdrum pedal, High-hat und Ride fehlen) zu jamen. Brain Lentz gestellt sich mit seiner Gitarre dazu und schlussendlich spielt Brenna das Klavier. Obwohl alles nicht gerade gestimmt ist, bringen wir einen ordentlich Sound hin, in unserer kleinen spontanen Jamsession. Nach dem musikalischen Part geht es über zum Tisch. Die Lantz haben ein neues Spiel bekommen, dass wir jetzt spielen dürfen. Im Grunde genommen ist es ein sehr einfaches Spiel. Man würfelt und bekommt dem entsprechend eine Karte, auf der steht, was man tun muss. So kommt es, dass ich während dem ganzen Spiel auf meiner linken Hand sitzen muss, oder dass alle das Wort „Izzle“ nach jedem Satz sagen müssen. Das zweite gefällt mir besonders. Auch einen Kindergartentanz der mit einer Teekanne zu tun hat, lerne ich an diesem Abend. Schlussentlich lerne ich noch Sara, eine Austauschschülerin von Belgien, kennen. Und schliesslich geht es spät nach Mitternacht ins Bett.

jam session

Der Duft von Speck, Rührerei, Swedischen Pancakes, Toast und Orangensaft (nein Orangensaft nicht wirklich) weckt mich auf. Wir haben ein ausgedehntes Frühstück. Zeit scheint hier irgendwie wie keine grosse Rolle zu spielen. Leider geht es nach einer Dusch für Izzy auf die Heimreise. Immerhin haben wir immer noch die Beachparty Musik CD, welche die Fahrt einiges kürzer macht. Vorallem der Song „Wipe out“ und „Surfin’ Bird“ heitern die Stimmung unglaublich auf. Und so sitze ich im Auto ca. 15 Stunden dieses Weekend. Nur um den Hund abzuholen. Würde ein Europärer so einen Trip für eine Uebernachtung unternehmen? Vermutlich nicht. Willkommen in Amerika, dem Land, in dem man mehr als 20 Stunden Auto fahren kann, und immer noch im selben Land ist.