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Jun 14, 2009 - everyday life    1 Comment

Final Weekend Part III: Graduation

Me in Cap and Gown
Ich bin sicher, die meisten von euch haben schon mal Harry Potter gesehen, oder zumindest einen Trailer im Fernseher. Im Moment komme ich mir sehr wie in einem Potter Film vor. Ich trage einen grünen Talar – also eine lange Amtsrobe. Wenn ich in die Runde schaue, sind alle grün gekleidet. Über 700 Schüler haben sich in den Gängen eines Stadions versammelt. Wo normalerweise Basketballspieler noch letzte Vorbereitungen für ein Spiel machen, stehen wir jetzt. Alle stolz in grün und, wie ich schon erwähnt habe, im Harry Potter Style. Als wir dann noch alle den viereckigen Hut aufsetzen, der traditionellerweise auch dazu gehört, kann ich mein innerliches Lachen kaum mehr verdrängen. Zu ulkig und wie in Filmen, sieht alles aus. Als dann noch die Lehrer, die in Schwarz gekleidet sind, durch marschieren, ist für mich alles klar: Graduation oder auf Deutsch Abschlussfeier beginnt. Wir sind alle schöne in vier grosse Schlangen eingeteilt. So wie wir es bei Hauptprobe am Freitag geübt haben. Den Hut aufgesetzt, die Schlinge auf die rechte Seite des Hutes, und den Talar nochmal schön richten und los geht es. Wir laufen durch den Gang des Stadions. Als ich in das Stadion hinein laufe, scheinen mir Scheinwerfer stark ins Gesicht, von der Seite sehe ich schreiende, klatschende und photographierende Eltern. Immer wie lauter wird es und als ich hineinlaufe, steigt der Lautpegel gerade nochmals ein bisschen, jedenfalls kommt es mir so vor…Me in Cap and Gown Da ich einen A-Vornamen haben, bin ich einer der Ersten und laufe stolz in Richtung Bühne. Kurz vor der Bühne sind Stühle aufgestellt und ich nehme in der zweiten Reihe platz. Wobei Platznehmen das falsche Wort ist, denn ich stehe, bis alle anderen 700 klassenweise eingelaufen sind. Dies dauert dann auch fast fünf Minuten. Als die Band, die hinter den Schülern platziert ist, mit spielen aufhört, dürfen wir uns hinsetzen.

Eine Schülerin startet ein Rede. Sie scheint etwas nervös zu sein, was allerdings verständlich ist, denn schliesslich spricht sie vor 700 Schüler, die alle neun Tickets für “Anhang” bekommen haben. Dann wird alles noch auf einen grossen Bildschirm übertragen. Hinter ihr sitzen dann auch noch alle wichtigen Schullehrer und Mitglieder der Fakultät. Sie macht aber einen sehr guten Job und nur dass ihr der Viereckhut runtergefallen ist, wird sie im nachhinein wohl ärgern.

Me in Cap and Gown

Nach drei weiteren Reden der Lehrer und der Rektorin Doktor Small (ist dies nicht ein ironischer Name für einen Rektor einer Schule mit fast 3000 Schülern??), nach diesen Reden werden alle Eltern noch dazu aufgefordet nicht aufzuschreien, wenn der Name ihres Kindes gesagt wird. In der Probe hat man uns gebeten, keine Kuhglocken mit zubringen. Ich fühlte mich da sehr angegriffen, da es doch vor allem in der Schweiz eine Tradition ist, Kuhglocken zu Festlichkeiten wie Skirennen etc. mit zu bringen. Naja manchmal muss man halt Kompromisse eingehen. Endlich fangen sie an Namen aufzusagen. Die erste Reihe beginnt vor der Bühne „anzustehen“. Von zwei Seiten kommen wir durch. Es wird jeweils ein Photo vor der USA Flage gemacht, danach geht man auf die Bühne, der Name wird gesagt, Diploma überreicht, die Hand der Rekotrin gedrück und wieder zurück zu seinem Platz. Alles im allem bekommt man vermutlich 10 Sekunden Bühnenzeit. Und die Namen werden von zwei Lehrern in einem unheimlich schnellen Takt aufgesagt. Stolz possiere ich vor der USA Flagge.

Me in Cap and Gown

Spätestens jetzt sehen die meisten, dass ich eine kleine Schweizerflagge auf meinen Viereckhut raufgeklebt habe, soviel zur Kuhglocke! Revanche ist süss! „Raphael Matthias Ammann“ sagt der Redner auf der linken Seite, einigermassen recht ausgesprochen. Stolz laufe ich zur Mitte der Bühne und erhalte mein High School Diplom. Sie haben extra eines für Austauschschüler angefertigt. Stolz laufe ich von der Bühne hinunter zu meinem Platz. Es fühlt sich gut an. Die Schulzeit ist abgeschlossen und wir gehen alle Richtung Universität zu. Halt, nicht ich, ich gehe zurück in die Schweiz und darf mich noch 2,5 Jahren im Gymnasium Laufen vergnügen. Wenigstens kann ich ein mit erleben wie es sich anfüllen würde. Me in Cap and GownAls nach ein bisschen mehr als einer Stunde alle Schüler ihr Diploma empfangen haben, wird die Schlinge auf dem Hut von links auf die rechte Seite gewechselt. Danach gibt ein Schüler ein Zeichen und wie ein Feuerwerk schleudern wir alle den Hut in die Höhe. Wie ein Feuerwerk dauert auch dies länger als nur ein Moment. Wir beginnen hinaus zu laufen. Draussen warten dann auch schon alle Eltern und Freunde um uns zu gratulieren. Mir wird ein „Congrats Grad“ Ballon überreicht und es werden einige Photos gemacht.

Me in Cap and GownSo mit verabschiede ich mich definitiv von William Fremd. Die Schule in der ich in seit August 08 genau 180 Tage lang besuchte. 180 Tage ging ich um 6.57 Uhr auf den Schulbus und kam um 15.00 Uhr nach Hause. 180 Stunden amerikanische Geschichte, Photographie, Englisch, CAD, Politik und Wirtschaft. Unglaublich wie sich dass nach viel anhört und wie viel man in dieser Zeit lernen kann. Ich würde diese 180 Tage gegen nichts eintauschen, denn ich habe sowohl über amerikanische Kultur, Kunst, Geschichte und Lebensart einiges gelernt, wie auch über mich selbst. So bleibt mir nur noch ein Satz zum Ende meiner Schulzeit. Danke William Fremd High School!

Me in Cap and Gown

Jun 2, 2009 - everyday life, Fun    2 Comments

Final Weekend Part II: Prom!!!

Meg and meToby (AFS Austauschschüler aus Italien) und ich bereiten uns vor. Wir schliessen den oberen Knopf und lassen den unteren, wie es sich gehört ,geöffnet. Die Smokings stehen uns gut und wir schiessen die ersten Photos im Garten meines Hauses. Danach geht es mit dem Auto zur Willow Creek Church, wo wir unsere Dates treffen. Tobias staunt nicht schlecht, dass dies ein Kirche ist. Ging mir ja genau so. Wir treffen Meagan (mein Date) und Christine (Toby’s Rendez-vous) bei dem kleinen See, der zur Kirche gehört. Beide sehen phänomenal aus! Auch der Rest unserer Prom Gruppe treffen wir dort. Wir sind insgesamt zehn. Fünf junge Herren und fünf junge Damen. Alle schick gekleidet, fast wie zu einer Hochzeit. Meagan trägt ein gelbes Kleid, den ganzen Abend bekommt sie Komplimente und dass ihr Kleid aussehe, wie dies von Belle aus dem Disney Film „Die Schöne und das Biest“. Naja, für mich war das dann wohl kein Kompliment, aber ein Genteleman, wie ich einer bin, steckt dies ohne Probleme weg.

Alle Eltern und noch einige Geschwister dazu sind versammelt und machen Photos der fünf Prom Dates. Zum Glück haben wir ca. 10 Kameras und schiessen vermutlich mehr als 1’500 Fotos. Dies ist aber auch nötig, man weiss ja nie, wenn eines verloren geht (Sarkasmus ;-) ). Foto um Foto, Pose um Pose, Lächeln um Lächeln – wir gehen jedes mögliche Szene durch. Insgesamt smilen wir 1,5 Stunden in die Kamera. Dann endlich sehe ich ein weisses, langes Auto in unsere Richtung fahren. Die Stretch-Limousine ist da! Natürlich werden noch ein zwei Schnappschüsse neben der Limo gemacht. Dann quetschen wir uns alle in die grosse Limousine und fahren in Richtung Prom!

inside the limousineIn der Limousine wird die Party mit Musik gestartet! Obwohl es eng ist, geniessen wir die Zeit im langgezogenen Auto mit TV und gekühlten alkoholfreien Getränken an Bord. Schliesslich sehe ich eine lange bunte Menschenschlange. Gelb, Grün, Rot und Pink – dazwischen meistens Schwarz oder Weiss. Wir sind am Ort, wo der Prom oder Abschlussball der High School stattfindet, angekommen, ein gediegenes Hotel. Wir finden unseren Tisch, der sich im hinteren Ende des Saals befindet, ziemlich schnell. Insgesamt sind über 90 Tische parat an jedem Tisch haben 10 Personen Platz. Ihr könnt selber Ausrechnen, wie viele Personen am Ball teilnahmen. Zur Vorspeise gibt es einen Salat, der mir sehr gut mundet, hatte schon länger keinen Salat mehr. Danach wird ein kleines Steak mit einem Stück Chicken Reis serviert – auch dies schmeckt mir sehr und bin froh, dass es nicht allen so geht und ich mein kleines Steak doch noch zu einem grossen machen kann. Dafür gebe ich das Stück Schokoladenkuche gerne weiter. Das Essen ging schnell vorüber und wir begeben uns nun in denn eigentlich Ballraum. Die Musik wird aufgedreht und wir beginnen uns der Musik entsprechen zu bewegen. Natürlich werden auch Prom King und Queen gewählt. Wäre es darum gegangen, wer am meisten Abendessen gehabt hat, hätte wohl ich gewonnen, aber so überlasse ich den Titel einem Afroamerikaner, was mich sehr freut. Als ein Kollege und ich aus Spass beginnen, gegeneinander zu tanzen, bilden plötzlich alle einen grossen Kreis um uns herum. Wir sind jetzt plötzlich in der Mitte und alle schauen uns zu. Zwei andere Kollegen machen es uns gleich. So unterhalten wir für kurze vier Minuten den halben Prom. Nein leider kann ich kein Breakdance und so war es nicht genau wie in den Filmen, aber es fühlte sich wenigstens ein bisschen so an.

 The dinner placeDer Abend geht schnell vorbei. Um 11 Uhr sagt der DJ den letzten Song an. 11 Uhr ist dass nicht die Zeit, zu der sich mein Bruder langsam parat macht, um in den Ausgang zu gehen? Ich glaube fast…. Hier ist es halt ein bisschen anderst. Oder eben auch nicht, denn um 11 Uhr steigen wir alle in Busse. Ich befürchte schon, dass wir jetzt doch noch in den Genuss des engen, unbequemen gelben Schulbus kommen, weit gefehlt dieses mal sind es gewohnte normale Busse. Sie nennen sie hier „Coachbus“, vermutlich weil der Coach jeweils für sich so einen hat und sein Team in einen Schulbus kommt. Wir fahren alle Downtown. Genauer gesagt zur Navy Pear, welche am See liegt und eine Art Vergnügungsaufenthaltsort ist. Es hat ein Riesenrad, Restaurant, Geschäfte und einen grossen mit Glas überdachten Garten. Als wir ankommen, höre ich schon von draussen die Musik und sehe durch das Gebäude Scheinwerfer aufleuchten. Alle strömen Richtung Eingang. Die Musik wird immer wie lauter und jetzt sehe ich auch Wasserfälle die wie Brücken über uns her schnellen. Auch riecht es gut, dies weil überall Essen und Getränke parat stehen. Wer mich gut kennt, kann jetzt schon voraussagen was ich zu erst mache. Natürlich meine Anzugsjacke am Eingang abgeben. Ja und dann etwas essen.

Toby, Brad, me, Nick

Danach wird noch mal fleissig getanzt bis wir um vier Uhr morgens zurück fahren und uns unsere Limousine nach Hause fährt. Wir übernachten alle im selben Haus. Ich und Toby finden ein gemütliches Plätzchen unter dem Ping Pong Tisch. Zum Glück fand ich noch ein Furzkissen um 5.30 Uhr morgens und so darf ich noch die ganze Runde „unterhalten“. Ein Tag wie einige es nur in Filmen mit erleben geht zu Ende.

me and MegMeg and meToby and ChristinePicture of Toby and me shaking handsall guysall girlsMeg and meLimousineThe AFS exchange students posethe whole groupinside the limousinewaiting peoplehappyThe dinner placeToby, Brad, me, NickWie man servietten trägtnavypier

Apr 15, 2009 - everyday life    No Comments

On Stage

 

Die Lichter des Auditoriums der William Fremd High School gehen aus. Die Musik startet und die Lichter gehen wieder an. Das erste Mädchen läuft auf die Bühne raus. Ihr folgen vier weitere. Mike und ich stehen hinter dem Vorhang bereit. Ein Schritt trennt uns um vom Publikum gesehen zu werden. Nach einem kurzen Blickkontakt  mit Mike machen wir diesen Schritt. Die

 

 Lichter blenden uns stark, so dass wir niemanden erkennen können. William Fremd High SchoolWir hören Leute unsere Namen schreien. Nach fünf Sekunden „Posezeit“, kommen uns unsere Mädchen entgegen und wir laufen mit ihnen zusammen wieder hinter den Vorhang. Die Verschnaufpause ist allerdings nur von kurzer Zeit und so laufen meine Begleiterin und ich wieder auf die Bühne. Ein kurzer Salsa-Move, danach trennen wir uns und stehen jeweils auf der entgegengesetzten Seite der Bühne. Mike und sein Girl und die anderen Paare machen es uns gleich. Danach führe ich Danielle wieder hinter die Bühne. Die erste Szene ist vorbei. Ein kurzer Blick in den Spiegel in der Backstagearea und ein befriedigter Blick, als ich feststelle, das mein Tux (ein ganz schicker Anzug) immer noch perfekt sitzt. Das Licht geht aus und wir Jungs gehen auf die Bühne und machen wieder eine Pose. Dieses mal allerdings länger ca. 15 Sekunden, danach kommt Anny, mein zweites Mädchen, zu mir. Ich tue so, als ob ich ein Foto von ihr machen würde und gehe alleine hinter die Bühne. Später folgt auch sie und danach geht es wieder mit ihr zusammen auf die Bühne um ihr Kleid zu präsentieren. Wieder ein kurzer Dance move in der Mitte des Podiums und meine zweite Szene ist vorbei. Ein minimaler Snak hinter der Bühne und schon wieder geht es hinaus. Jetzt „führe“ ich Kelli auf die Bühne, und wir haben eine 2 Sekunden Pose in der Mitte. Danach reihe ich mich an der einen Seite der Bühne schön mit den Jungs in eine Reihe. Nach ca. 20 Sekunden „hole“ ich Kelli von der Mädchenseite ab und wir gehen hinter die Bühne. Wohl meine kürzeste Szene. Dieses Mal muss mir Hannah meinen Anzug ein bisschen richten, da er ein wenig aus der Form geraten ist. Schon stehen sie und ich auf der Bühne und sie präsentiert stolz ihr Kleid, welches sie in einem Schulfach selbst geschneidert hat. Ich bin in insgesamt vier von 10 Szenen dabei. Wir führen das Ganze vier mal auf. Es ist Freitag und durch diese Aufführung musste ich nur in die erste Stunde. Einen gratis Tuxedo (schicker Anzug) gab es auch. Ich muss diesen allerdings wieder zurück bringen.

Nun ist es Sonntag und ich bin in einem afrikanischem Style gekleidet. Ein schwarzes V-Neck T-Shirt und braune enge Hosen, die am unterem Ende wie abgerissen sind. Das ganze Team und ich warten in einem Raum links von der Bühne der Willow Creek Church. Der Saal fühlt sich mit 14 bis 18 Jährigen. Schliesslich verdunkeln die gigantischenVorhänge die ebenso grossen Fenster der Seite. Alle Lichter gehen aus und wir gehen alle möglichst leise auf die Bühne. „One, two, one-two-three-four“ und die Musik startet. Kevin und ich springen auf vier und die Lichter erhellen die Bühne. Die Mädchen haben ihren kleinen Solo-Tanz, danach kommen Kevin’s und meine Partnerin auf uns zu. Wir tanzen Salsa für ca. 45 Sekunden. Es läuft alles wie geplant. Schnell geht es in die Gruppe und wir zeigen unsere Choreographie. Die afrikanische Hip-Hop Musik ist laut. Der Beat motiviert zum Tanzen. Als nächstes verhelfe ich einem Mädchen zu einem Rückwärtssalto und als letztes stemme ich ein anderes Mädchen in die Höhe. Die Lichter gehen wieder aus und wir rennen wieder von der Bühne. Wir waren erfolgreich.

Alles in allem war die Prom Fashion Show am Freitag und der Tanz auftritt am Sonntag ein voller Erfolg. Die Prom Fashion Show ist eine Modeshow für den Prom. Prom ist ein grosser Abschlusstanz am Ende des Schuljahres und alle kommen sehr vornehm gekleidet. Alles in allem bin ich froh, dass ich mich entschieden habe, bei beidem mit zu machen, auch wenn ich mir das am Anfang gar nicht vorstellen konnte und auch nicht mitmachen wollte.



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