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May 25, 2009 - everyday life    No Comments

Last House Group


Student Impact LogoEs ist schon ein komisches Phänomen, dass man nass wird, wenn man duscht. Jedenfalls konnte ich als Zehnjähriger nie wirklich verstehen, wieso man denn nass wird wenn man sich reinigt. Solche und andere Gedanken gehen mir gerade durch den Kopf, als ich mich parat mache, um in Kirche zu gehen. Ja ich habe ein sehr gestresstes Wochenende, was wohl mein Gedankengang erklärt. Mein Small-Group Leader holt mich schon um 8.45 Uhr ab. Heute gehe ich in den normalen und in den Schülergottesdienst. Lee Strobel, wohl mein Lieblingsautor (Okay, vermutlich ist es auch der Einzige denn ich kenne, aber immerhin hab ich mal ein Buch freiwillig gelesen), spricht heute in Willow Creek Church.

Nach dem Abholen und Fessttellen, dass es verboten werden sollte, so früh aufzustehen, beginnt der Gottesdienst oder auch Service, wie man ihn hier nennt. Ich mag mich noch an Diskussionen erinnern, ob nun ein Elektro-Schlagzeug in die Kirche passt oder nicht. Nun hier ging man jetzt schon ein Schritt weiter und hat gerade zwei Student Impact Logonormale Schlagzeug auf der Bühne. Soviel dazu. Lee Strobel beginnt seine Rede und erzählt uns, wie er von einem Atheisten, der versucht hat, das Christentum als falsch zu erklären, durch journalistische Festellungen zum Glauben gekommen ist. Als er Atheist war, hat seine vier Jahre alte Tochter ihr Spielsachen immer zusammen gekapackt und ist ins Zimmer gegangen aus Angst vor ihrem Vater, der oft betrunken nach Hause kam. Zwei Jahre später stellt edie Tochter eine gravierende Veränderung in ihrem Vater fest und möchte jetzt auch so werden wie er ist. Eine Biographie, die ich allen empfehlen würde.

Der Service endet und der Jugendgottesdienst beginnt um 11.15 Uhr. Nur Seniors, die Abschlussklasse einer High School, leiten den Service. Die Predigt ist in drei Reden eingeteilt, alle von Schülern. Zwei davon gehen wie ich in die Fremd High School, und einer davon kommt mich in der Schweiz im August besuchen. Ich überlege mir, wie viel Mut es wohl braucht, vor fast 2000 Schülern zu sprechen. Spass würde es auf jeden Fall machen. Nach dem Gottesdienst wäre ich eigentlich schon bettreif, aber jetzt steht die letzte House Group bevor. (House Group ist ein Treffen nach dem Gottesdienst für alle, die zur gleichen High School gehen, für diejenigen die es noch nicht wussten). Jeden Sonntag bin ich zur House Group gegangen und hab mit meiner Small Group (Alle Boys die im letzten High School Jahr sind) Mittag gegessen, Football geschaut, Freshmans gejagt, Leiter verarscht, geredet und das Haus auf den Kopf gestellt. Kurz gesagt wir hatten jedes Mal eine gute Zeit. Zu Ehren der Seniors bekamen wir alle ein T-Shirt, wie üblich in den USA. Hier bekommt man einfach für alles ein T-Shirt, was mir sehr gefällt, aber von den mitgenohmenen drei zu den wahrscheindlich über dreissig T-Shirt, die ich jetzt besitze, ist es schon eine rechte Steigerung, die ich mir so nicht erhofft habe. Jedenfalls bekommen wir ein T-Shirt und erzählen der Rest der House Group (ca. 70 Schüler) was unsere Zukunftspläne sind und was ein Tipp ist, um die High School Zeit zu überstehen. Der Beste war wahrscheinlich: ein Ninja zu sein und oder sich nicht dem Gruppenzwang verleiten zu lassen.

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Erst ganz am Schluss realisiere ich, dass dies meine letzte House Group ist und – nach über 35 mal – dies jetzt vorbei ist. Jetzt wird mir zum ersten Mal bewusst, dass es im gleichem Stil weitergehen wird. Schon bald hab ich meinen letzten Schultag und danach geht es nicht mehr lange, bis ich wieder nach Hause fliegen werde. Ich mag mich sehr gut erinnern, als ich endlich die Primarschule abgeschlossen hatte und mit meinem Mini-Scooter so schnell wie möglich aus dem Schulhaus gefahren bin und ein Gefühl eines Urschreies im Magen hatte. Dies werde ich hier sicher nicht haben. Vermutlich werde ich versuchen einen Schulschlüssel aufzutreiben und so ein bis zwei Wochen in der Schule zu Campen (Ja, dies ist ironisch gemeint). Komisches Gefühl alles verlassen zu müssen was mir in einem Jahr ziemlich ans „Herz“ gewachsen ist (okay, dies tönt jetzt einiges femininer als ich es mir gedacht habe, vielleicht stellt auch ein Holzfäller vor, so dass ein „männliches” Bild entsteht). Natürlich kann ich es kaum erwarten, wieder meine Familie in der Schweiz und Freunde zu sehen, ja auch das Gemüse wird mir wieder gut tun. Aber Vorfreude und Abschiedsgefühl zusammen sind wohl immer eines der komischsten Gefühle.

Aug 18, 2008 - everyday life, Fun    1 Comment

Kino, Shoppingmal, Flughafen

Schild vor der Einfahrt zur Willow Creek Church in South Barrington

Dieses Mal kann ich nicht solange Schlafen. Aber ich könnte glaub auch nicht viel mehr. Es waren wieder ca. zehn Stunden. Heute gehe ich das erste Mal in die Kirche auf amerikanischen Boden. Ich freue mich total! Die ganze Family ist mit von Partie, natürlich mit dem Auto unterwegs. Nach einer kurzen Fahrt von ca. einer Viertelstunde biegen wir ab. Ich sehe ein Schild mit einer grossen Aufschrift „Willow Creek Church!“. Es sind eine ganze Reihe Autos vor uns und ich habe das Gefühl wir würden an eine Footballmatch gehen. So viele Parkplätze so viele Leute, dass kann doch gar nicht Kirche sein! Nun sehe das Gebäude zum ersten Mal. Ich hab keine Worte dafür, dies ist unglaublich! Die grösse eines Stadiums, mit den Büros und sonstigen Räumen herum noch grösser! Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus! Als wir dann mit den anderen Footballsfans, öhm Kirchgänger ins Stadium oder eher Kirche hineingehen, ändert sich an meinem Gesichtsausdruck nichts! Mund offen! Jetzt bin ich mir sicher nicht in einem Stadium zu sein, ich sehe Rolltreppen und eine Wasserfall von der oberen Etage herunter plätschern. Nun ist klar wir sind in einer Shoppingmal (Einkaufszentrum) gelandet. Ich frage kurz ob wir uns verfahren haben. Dem ist natürlich nicht so. Weiter geht’s in den eigentlichen Saal, wo der Gottesdienst stattfinden wird. Dieses Mal bin ich mir fast sicher, es muss ein riesiges Kino sein, denn die Sitze sind wie im Kino und auch die Anordnung ähnelt einem Kino. Ich versuche zu zählen. Linda schaut mich an und sagt 7000! Ein bisschen gross für ein Kino. Tatsächlich bin ich in einer Kirche gelandet. Wie kann es möglich sein, dass 7000 Leute in eine Kirche gehen. Ich meine bei uns sind 300 schon ein riesiger Erfolg. Wow, einfach unglaublich!

Der Gottesdienst beginnt mit einem Videotimer, der zwei Minuten runter zählt, moderiert wie im Fernseher. Und dann geht es los, eine grosse Band von ca. 18 Leuten beginnen zu spielen. Total moderner Musik ähnlich wie im ICF-Basel, aber trotzdem anders. Eine nette begrüssen von Bill Hybels und noch mehr Worship Musik vervollständigen den Anfang. Weiter geht es mit einem Theater, nicht wie man meinen könnte mit einem wenig unprofessionellem Schauspiel, sonder wirklich auf einem professionellen Niveau, wie ich meine. Danach Predigt ein Gastprediger, leider verstehe ich nicht nur etwa die Hälfte von dem was er sagt, er hat ein unglaublich grossen Akzent. Trotzdem langweile ich mich kein bisschen. Nach der Predigt spielt die Band nochmals einen Song und Bill verabschiedet uns. Allem in allem ca. 1,5 h Gottesdienst oder wie sie es hier nennen „Service“.

Ich werde gefragt ob ich noch für den zweiten „Service“ bleiben möchte, der extra für junge Leute zwischen 13 bis ca. 20 ist. Ich bejahe. Bis es so weit ist führt mich Sarah noch in der ein bisschen herum. Als ich die vielen Essenstände, Coffeshop, Büros noch mehr Säle, und sogar einen Shop sehe, überkommt mich das Gefühl in einem Flughafen gelandet zu sein. Ich übertreibe keines Wegs. Wenn jemand von euch jemals in Chicago ist, egal ob Christ, Atheist, Muslim oder was sonst, diese Kirche müsst ihr besuchen!

Der zweite Gottesdienst findet in einem anderem Saal statt, ich bin nicht sicher wie viele Personen es dieses Mal sind aber es müssen mind. Über 1000 sein.  Der Style ist deutlich am alter der Besucher angepasst. Am Anfang werden alle dazu aufgefordert nicht in ihrer Gruppe zu sitzen, sondern sich zu jemand fremden zu setzten. Wieder fühle ich mich wie in einem Ameisenhaufen, doch immer noch bin ich in dieser Kirche. Ich bleibe in der nähe von Sarah, da wir leider ein bisschen früher gehen müssen. Nun beginnt die Worshipband zu spielen und selbst die Anzeige für den Text der Lieder ist total modern und ähnelt einem Anfang eines Filmes wo die Namen der Schaulspieler etc. eingeblendet werden. Absolut durch „gestylt“! Hier gibt es keine eigentlich Predigt, zwischen je zwei, oder drei Lieder gibt es einen kleinen Input. Dann ist es leider schon so weit, ich und Sarah müssen leider schon gehen. Doch ich weiss, dies bleibt sicher nicht mein letzter Besuch in Willow Creek!