12
May


Me inside the sunglasses


Gestern Abend sind die Chicago Bulls im siebten Spiel gegen die Boston Celtics ausgeschieden. Die Serie war hart umkämpft mit insgesamt sechs Verlängerungen. Wer jetzt nicht ein grosser Sportfan ist, kann da wahrscheinlich nicht ganz nachfühlen. Doch für mich ist dies eine Katastrophe. Zudem kam heute noch ein AFS Treffen, welches wohl das Unbeliebteste im ganzen Jahr ist. Das Pre-Returning Treffen! In Deutsch, wir werden darauf vorbereitet, wieder nach Hause zu gehen. Was für Wochenende! Zuerst scheiden die Bulls aus und jetzt werde ich auch noch Vorbereitet, um das Steak und HD-TV Land zu verlasen. Ich habe meine eigene kleine „Great Depression“. Am Montag brach dann auch noch der Wassertank, der für warmes Wasser zuständig ist und kreiert einen Swimmingpool im Keller. Ach, und krank bin ich auch noch.

Man bedenke: jetzt bin ich schon über 260 Tage hier und habe noch gar keine Gefühle, um nach Hause zu gehen. Beim AFS Treffen wird uns gezeigt, wie wir am besten packen müssten. Packen? Ich bin immerhin noch ca. 2,5 Monate hier!! Aber besser man bereitet sich genug früh vor, wie als ich nach Texas ging und 30 Minuten vor Abfahrt zum Flughafen noch alles zusammen gesucht hab. Es ist ein komisches Gefühl. Ich vermisse meine Familie und Freunde in der Schweiz und möchte sie gerne wiedersehen, aber gleichzeitig möchte ich mein Umfeld hier nicht verlassen. AFS erzählt uns, dass wir vermutlich einen grossen Kulturschock haben werden und – je nach Person – dieser für zwei bis sechs Monate anhalten könnte. Ich werde auf jeden Fall ein Kulturschock haben. Aber dass wusste ich vom Moment an, als ich den HD TV mit über 200 Sender sah und meinen ersten Schritt in die mega Kirche Willow Creek machte. Von Mega zu normal, wird vermutlich das Motto sein. Obwohl im Moment für mich mega normal ist und normal klein. Im Woodfield Einkaufszentrum, welches über 350 Geschäfte in sich verbirgt, finde ich mich gut zurecht und finde es gar nicht mehr so gross wie am Anfangs. Das selbe in der Schule. 700 Schüler in der selben Altersstufe erscheint für mich nicht mehr überdimensional. Schliesslich finde ich jetzt auch von fast überall nach Hause und hab keine längere Spaziergänge mehr ausSoldier Field Gründen der Suche meines Hauses. Mit dem Essen werde ich jetzt gar nicht erst anfangen. Ich hoffe, in der Schweiz hat man mittlerweile die Fleischpreise gesenkt und „Free Refill“ in den Restaurants eingeführt. Allerdings werde ich das Flachland vermutlich nicht all zu stark vermissen und bin froh, wenn es dann wieder mal runter oder rauf geht. Schwer wird es vermutlich werden, wieder volle Leistung in der Schule zu bringen. Nicht dass ich mich hier nicht angestrengt habe, aber nach ca. drei Monate und als ich endlich das Gebrabbel meiner Lehrer zu 100% verstanden habe, fiel es mir schon recht leicht, gute Noten vorzuweisen. Vor allem Französisch wird wohl schwer werden. Im Moment geht in dieser hinsicht gar nichts, wie ich schon geschrieben hab. Und nicht zuletzt habe ich mich selbst sehr verändert und muss mich erst einmal wieder auf die Schweiz und ihr Kultur einstellen.

 

Der Gedanke dass es jetzt noch das letzte Viertel meines Aufenthalts bevor steht, ist erschreckend, aber scheinbar ist es das beste Viertel (Kann es noch besser werden?). Erstaunlich, wie schnell sich die Zeit manchmal anfühlt. Die letzen vier Wochen sind nur so vorbei gerast und es scheint, als ginge es immer wie schneller. Ach und zum Anfang, natürlich übertreibe ich ein bisschen und wer micht kennt weiss, dass dies mehr Selbstmitleid als eine richtige Krise ist ;-)

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